Wir freuen uns sehr, dass uns das Kultusministerium im Gästehaus der Landesregierung in Hannover mit dem Schülerfriedenspreis (Platz 2) ausgezeichnet hat. Wir, die AG Stolpersteine, haben uns letztes Schuljahr jeden Freitagnachmittag mit Opfern des Nationalsozialismus aus Goslar auseinandergesetzt. Zunächst beschäftigten wir uns mit Schicksalen jüdischer Familien und verfolgten Ende Januar die Lebenswege der ermordeten Goslarer*innen Henny Heilbrunn sowie Alfred und Kurt Lebach bis ins ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.
Ab Februar rückten die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Unsere Eindrücke während des Besuches der Gedenkstätte Bernburg stellten wir in einem Kurzfilm da. Gemeinsam mit dem Verein Spurensuche präsentierten wir im März eine Ausstellung zur NS-„Euthanasie“ im Kulturmarktplatz Goslar, die wir um eigens entwickelte Exponate ergänzt hatten. Einige davon reisen derzeit mit der Wanderausstellung durch Deutschland. Hierzu produzierten wir einen weiteren Kurzfilm. Zum Abschluss unseres Projektes gestalteten wir im Juni die Stolpersteinverlegung mit und trugen die Schicksale der Opfer vor, darunter das der 13-jährigen Ingeburg Böglen, die aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigung von den Nationalsozialisten ermordet wurde.
Wir gratulieren herzlich der Schule am Harly in Vienenburg zum verdienten 1. Platz. Ihr und wir machten während der Preisverleihung deutlich, warum es für eine demokratische Gesellschaft wichtig ist, Erinnerungskultur aktiv mitzugestalten. Wir sind der Meinung: „Es ist es wichtig, dass wir erinnern. Nicht, weil wir Schuld haben – sondern weil wir Verantwortung haben. Für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch – unabhängig seiner Herkunft, Religion, Sexualität oder Behinderung - sicher und frei leben kann. Ohne Angst. Ohne Hass.“